(Nachhaltige!) Antizipation

Eine ganz wichtige Fähigkeit in der neuen Arbeitswelt ist die Antizipation. Jedoch braucht man keine Glaskugel dafür, sondern nur die Offenheit und Fähigkeit Zusammenhänge zu erkennen. Unsere Welt ist irrsinnig dynamisch geworden, es gibt laufend neue Trends und/oder technische Entwicklungen, die das Potential haben Bestehendes, Gewohntes und (bisher) Bewährtes auf den Kopf zu stellen.

Dabei passieren diese Neuerungen oft nicht im direkten Arbeitsumfeld, sondern in „benachbarten“ Disziplinen und Tätigkeitsbereichen. Dennoch werden sie früher oder später (eher früher) gewohnte Arbeitsprozesse oder Geschäftsmodelle „alt aussehen“ lassen. Hier gilt es die Augen offen zu halten, diese Themen wahrzunehmen und zu überlegen, wie man diese Entwicklungen positiv für die eigene Arbeit und die Mitarbeiter:innen nutzen kann.

Nachhaltige Antizipation!

Ich möchte hier bewusst betonen, dass es im NewWork-Kontext nicht Sinn und Zweck ist, sich zu überlegen, wie man durch diese Neuerungen Arbeitskräfte einsparen kann. Es geht eher darum, wie man freigesetzte Ressourcen noch wertschöpfender für den Kunden oder auch die Mitarbeiter:innen nutzen kann. Es geht auch darum zukünftige Ressourcen-Engpässe, auch ohne Neubesetzungen, besser bewältigen zu können.

Das Thema „Digitalisierung“ zum Beispiel, sollte bei der Belegschaft keine Angst vor dem Jobverlust auslösen, sondern die Möglichkeiten aufzeigen, die eigene Arbeit lustvoller, spannender, selbstbestimmter und effizienter gestalten zu können.

Antizipation braucht entsprechende Rahmenbedingungen

Antizipation erfordert eigentlich immer über den eigenen Tellerrand zu schauen und in Folge auch die entsprechenden Zusammenhänge zu erkennen. Die Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man dazu auch die entsprechende Motivation, als auch den notwendigen Freiraum hat.

Motivation und Freiraum sind zwei Aspekte, für die zumeist die Führungskraft (mit- )verantwortlich ist. Die Mitarbeiter:innen müssen wissen, dass es erlaubt und sogar erwünscht ist über den eigenen Arbeitsbereich hinaus, vernetzt zu denken und zu agieren. Wird dieses Mindset nicht unterstützt, dann wird sich auch die Antizipationsbereitschaft der Belegschaft in Grenzen halten oder erst gar nicht vorhanden sein.

Noch wichtiger wäre, dass die Unternehmensleitung die Fähigkeit und den Willen zur Antizipation besitzt. Denn nur das Top-Management kann dafür Sorge tragen, dass das entsprechende Mindset auch wirklich in der Organisations-DNA verankert wird. So können Voraussetzungen geschaffen werden, dass Antizipation eine Basis-Kompetenz wird, die man entsprechend fördert und entwickelt.

Ein Beispiel: Die Bots kommen!

Ein aktuelles Beispiel ist der für 2022 angekündigte Roboter-Prototyp von Tesla. Die Zeiten, wo man über derartige News gelacht und sie einfach ignoriert hat, sind vorbei. Wenn Elon Musk etwas Konkretes versprochen hat, hat er meistens auch geliefert. Aber selbst, wenn es 2022 noch nicht so weit ist, alleine die Ankündigung sollte ausreichend sein, sich gedanklich mit dem Thema zu beschäftigen. Denn vielleicht ist es nicht Tesla, sondern Google oder Amazon die eine entsprechende Technik entwickeln. Nur eines ist sicher – sie kommt!

Quelle: Foto von Tesla; Elon Musk will mit diesem Roboter die Notwendigkeit der körperlichen Arbeit eliminieren.

Der Tesla Bot wird darauf ausgerichtet sein, einfach manuelle Arbeiten selbständig zu erledigen. Alleine wenn man an die Gesundheitsbranche denkt, fallen mir ad hoc viele administrative und wiederholende Arbeiten ein, die jene Zeit auffressen, die die Ärzt:innen und Pfleger:innen eigentlich für die Patienten nutzen sollten. Auch könnte man dadurch die Arbeitsbelastung und die Überstunden im Pflegebereich deutlich reduzieren.

Aber es gibt noch viele, viele andere Branchen und Tätigkeitsbereiche, die davon profitieren könnten: Post, Stadtverwaltung, Logistik, usw., usw. Wesentlich ist jedoch, sich jetzt schon Gedanken zu machen, wie man diese Roboter einsetzen und die dadurch freiwerdenden menschlichen Ressourcen für die Gesellschaft, Kund:innen oder auch Belegschaft sinnvoller und nachhaltiger nutzen könnte.

Aber das war nur ein Beispiel. Es gibt noch viele andere disruptiven Techniken und Trends, die man im Auge behalten sollte!

Beste Grüße,
Jürgen

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